Jeremia 41

Sept 20

Heutige Bibellese:

Jeremia 39,1-41,18 / Römer 16,8-27 / Psalm 66,1-20 / Sprüche 23,29-35


Angestiftet vom König von Ammon (40,14) richtete Ismael ein schreckliches Blutbad in Mizpa an. Er ermordete den von den Babyloniern eingesetzten Statthalter Gedalja sowie die Judäer und babylonischen Kriegsleute, die bei ihm waren.

Am nächsten Tag begegnete Ismael 80 Männern. Er lockte sie zu Gedalja und erschlug alle bis auf 10, die ihm ihre Proviantverstecke versprachen (V.4-8). Wenn ein Mensch in Lebensgefahr gerät, wird er bereit, allen Reichtum wegzugeben, wenn er dadurch eine Chance sieht, sein Leben zu retten.

Lösegeld für das Leben eines Mannes ist sein Reichtum [...] (Spr 13,8)

[Während der Hungersnot in Ägypten sprachen die Ägypter zu Josef:] Warum sollen wir vor deinen Augen sterben, sowohl wir als auch unser Land? Kaufe uns und unser Land für Brot, dann wollen wir und unser Land dem Pharao fronpflichtig sein; und gib Samen, dass wir leben und nicht sterben und das Land nicht verödet daliegt! (1.Mo 47,19)

Auch heute versuchen Menschen alles Mögliche, um Krankheiten loszuwerden. Wenn das eigene Leben auf dem Spiel steht, greift man zu jedem Strohhalm und ist bereit, selbst für fragwürdige Hilfsmaßnahmen viel Geld zu bezahlen. Und das alles nur, um das irdische Leben etwas zu verlängern. Dabei gäbe es doch etwas viel Besseres zu „erwerben“: das ewige Leben. Das Leben, das durch nichts zerstört werden kann, in dem es keine Krankheiten mehr geben wird und die Freude durch nichts getrübt werden kann (vgl. Off 21,4). Und dieses ewige Leben gibt es sogar umsonst (vgl. Off 21,6; Eph 2,8-9)! Es entbehrt nicht einer gewissen Tragik, dass Menschen alles Mögliche dafür aufwenden, das jetzige Leben zu erhalten und es darüber versäumen, sich um das ewige Leben zu kümmern! Was können wir tun, um den Menschen die Augen für diese Torheit zu öffnen und wie ihnen helfen, das „wirkliche Leben“ (1.Tim 6,19) zu finden?

Alle, die in Mizpa noch am Leben geblieben waren, führte Ismael nach Ammon fort. Doch Johanan, der Gedalja vor Ismael gewarnt hatte (40,15), jagte ihm nach, als er davon erfuhr, was geschehen war (V.11-12). Ismael entkam, aber das Volk konnte befreit werden. Doch nachdem ihr Statthalter ermordet worden war, fürchteten sie die Babylonier und beschlossen, nach Ägypten fortzuziehen.