Offenbarung 1,9-17

Dez 08

Heutige Bibellese:

Sacharja 1,1-24 / Offenbarung 1,9-20 / Psalm 127,1-5 / Sprüche 29,5-8


Johannes war auf die Insel Patmos verbannt worden. Der „Tag des Herrn“ ist der erste Tag der Woche (unser Sonntag), an dem die Glaubenden sich im Namen des Herrn versammeln (Mt 18,20) und besonders beim Mahl des Herrn mit IHM Gemeinschaft haben. Auf Patmos wird Johannes vermutlich nicht die Möglichkeit gehabt haben, sich zusammen mit anderen Glaubenden zu versammeln. Wie muss es Johannes erfreut haben, dass der Herr sich ihm gerade an SEINEM Tag zeigte!

Zunächst hörte er ihn allerdings nur, und er musste zurückblicken, um ihn zu sehen. Und was er sah, war auch ein „Rückblick“ ins AT. Er sah den Menschensohn, der nach Dan 7,13-14 aus der Hand Gottes (des Alten an Tagen) das Reich empfängt. Allerdings wird der Menschensohn hier so beschrieben, wie in Dan 7,9-10 der Alte an Tagen, d.h. der ewige Gott, der oberste Richter. Jesus selbst ist ewiger Gott. Das lange Gewand erinnert an die Priesterkleidung, einen goldenen Gürtel trugen die Könige. Jesus ist Priesterkönig, doch hier steht er noch nicht, um zu herrschen, sondern um die sieben Leuchter (Gemeinden) zu richten (im AT haben der Hohepriester und auch Könige gerichtet, vgl. 2.Mo 28,30; 1.Kö 3,16-28). Das Feuer seiner Augen spricht von dem prüfenden Blick, mit dem er die Gemeinden betrachtet, um sie gemäß seinem Wort („zweischneidiges Schwert“, Hebr 4,12) zu richten. Er richtet nicht nach verborgenen Kriterien, sondern nach den Maßstäben, die er uns geoffenbart hat! Während das Gold von seiner göttlichen Herrlichkeit und Gerechtigkeit zeugt, sehen wir in dem glänzenden Kupfer seine Gerechtigkeit, die er als Mensch besaß und die im „Feuer“ der Erprobungen glänzte. Diese praktische Gerechtigkeit gibt ihm Standfestigkeit!

Zwar stehen wir nicht so fest wie unser Herr, doch wer an Jesus Christus glaubt, braucht dessen Gericht nicht zu fürchten (V.17)!