Psalm 92,11-16

Okt 21

Heutige Bibellese:

2.Chronik 19,1-20,37 / Hebräer 2,1-18 / Psalm 92,1-16 / Sprüche 25,28


Im Alten Testament wird die Bezeichnung „der Gerechte“ für einen Menschen benutzt, der das Gesetz Gottes anerkennt und danach handelt – im Gegensatz zu dem Gottlosen. Der Vergleich des Gerechten mit einer emporwachsenden Palme oder Zeder (V.13) erinnert daher an Psalm 1:

Er [der Mann, der seine Lust am Gesetz des HERRN hat] ist wie ein Baum, gepflanzt an Wasserbächen, der seine Frucht bringt zu seiner Zeit, und dessen Laub nicht verwelkt; alles was er tut, gelingt ihm. (Ps 1,3)

Dennoch gibt es hier einen Unterschied. In Psalm 1 ist das Gesetz die Lebensquelle, aus der der Fromme seine Kraft und Erquickung bezieht. In Psalm 92 wird dagegen die Teilnahme am gottesdienstlichen Leben als Segensquelle hervorgehoben: „gepflanzt [...] im Haus des HERRN“, „in den Vorhöfen unseres Gottes“ (V.14). Der Psalmist weiß aus eigener Erfahrung, dass der HERR denen, die Gemeinschaft mit dem HERRN und anderen Glaubenden suchen, „das Horn“ (d. h. die Kraft) erhöht, sie stark macht wie einen Büffel. Sicher haben auch Sie schon erlebt, wie Sie in einer Gemeindeveranstaltung von Gott neu gestärkt wurden und mit Segen (Öl) „überschüttet“ zurückkehren durften (V.11). Vers 12 drückt aus, dass Gottes Kraft den Glaubenden über alle Feinde und Schwierigkeiten erhebt – nicht überheblich oder schadenfroh, aber doch in der Gewissheit, dass Gott am Ende siegen wird und alle Hindernisse und Widersacher seiner Macht weichen werden. Die Verbindung zu Gott hält den Glaubenden frisch und fruchtbar (V.13-14). Und selbst wenn im Alter die Kräfte schwinden, so sorgt die Gemeinschaft mit Gott doch dafür, dass die Lebensfreude nicht „eintrocknet“ (V.15) und immer noch Kraft bleibt, um von IHM zu zeugen (V.16).